Kostengünstige Luftqualitätssensoren (LQS, engl.: low cost sensors, LCS) sind Sensoren, die aufgrund der Fortschritte in der Mikrosensortechnologie einerseits kostengünstig hergestellt werden können und andererseits eine so große Empfindlichkeit aufweisen, dass sie auch für die Messung schädlicher Luftverunreinigungen in der Außenluft zum Einsatz kommen können. Im Gegensatz zu Referenzmessgeräten sind LQS einfach aufgebaut, was zu deutlich geringeren Kosten führt und daher die Massenproduktion solcher Geräte ermöglicht.
LQS bestehen in der Regel aus einer Messzelle, in der der eigentliche Messvorgang stattfindet, welcher bei der Stauberfassung zum Beispiel auf der Detektion des von Partikeln reflektierten Streulichts oder bei der Messung von Gaskonzentrationen auf elektrochemischen Prozessen zwischen zwei Elektroden oder Widerstandsänderungen beruhen kann. Weiterhin bestehen LQS aus einem Wandler, der die erfasste Messgröße in ein elektrisches Signal umwandelt, und einem Signalprozessor. Weitere Elemente wie Daten-Logger zur Speicherung der Messdaten, eine Kommunikationseinheit zur Übertragung an eine Auswerteeinheit bzw. einen Server oder die Speicherung und Sichtbarmachung der Daten auf einem Anzeigegerät, bereits eingebaute Kalibrierverfahren und eine Stromversorgung gehören zur sogenannten Technikperipherie. Ein LQS in Kombination mit der dazugehörigen Technikperipherie wird oft als Sensorsystem bezeichnet. Sensorsysteme können für weniger als 10 % der Kosten eines Referenzmessgerätes erworben werden.
Anwendungsbereiche für Sensoren zur Messung der Luftqualität
- Ergänzende Messungen zur Überwachung der Luftqualität
- Charakterisierung von Emissionsquellen und Überwachung der Auswirkungen auf quellnahe Gebiete
- Vernetzung im Rahmen von Citizen Science
- Identifizierung von lokalen Brennpunkten der Luftverschmutzung
- Monitoring der persönlichen Belastung von Einzelpersonen im Tagesverlauf
- Sensibilisierung für Fragen der Luftqualität
- Möglichkeit mobiler Messungen bei Beachtung von Vorgaben